Energieoptimierung

Energieoptimierung

Energieeffizienz Kälte- und Klimatechnik

Einsparpotentiale bleiben häufig ungenutzt

In Deutschland werden ca. 14% des Stromverbrauchs für die Erzeugung von Kälte eingesetzt. Die gesamt Kühlkette der Lebensmittelversorgung – vom Erzeuger bis in den Haushaltskühlschrank – ist dabei noch die bekannteste Nutzung von Kältetechnik. Klimakälte für Einzelhandel, Büro oder öffentliche Gebäude gehört mittlerweile zur Selbstverständlichkeit. Dagegen häufig unbekannt ist die Anwendung in industriellen Produktionsprozessen, medizinischen Anlagen oder bei der Kühlung von EDV Räumen. Bei einem konservativen Ansatz von 20% Einsparung könnten theoretisch drei fossile Kraftwerke vom Netz genommen werden.

Einsparpotential erkennen

Untersuchungen an Bestandsanlagen diverser Kälteanwendungen haben deutliche Einsparungsmöglichkeiten aufgezeigt. Bei einem Pilotprojekt im Bereich Lebensmittelproduktion konnten allein durch Renovierung der Bestandsanlagen Betriebskosten in Höhe von 40% eingespart werden.

Auch technische Detailmaßnahmen wie verbesserte Temperaturregelungen, übergeordnete Steuerungssysteme, Drehzahlregelung von Pumpen, Verdichtern und Ventilatoren führen zur Senkung der Betriebskosten zwischen 15% und 25%. Die Amortisationszeiten dieser Investitionen bewegen sich in der Regel zwischen zwei und fünf Jahren.
Noch drastischer fallen die Potentiale bei der Betrachtung von industriellen Anwendungen sowie bei der Verknüpfung von Wärme- und Kältenutzung aus. Die Erzeugung von „Kälte“ basiert physikalisch auf dem Transport von Wärmeenergie. Die entzogene Wärme entsteht sozusagen als Abfall. Kann diese Energie gleichzeitig für Heizzwecke genutzt werden, sinken die Betriebskosten überdurchschnittlich.

Natürliche Ressourcen

Eine weitere Möglichkeit der Energieeinsparung liegt in der Nutzung von erneuerbaren Energien oder der Anwendung von „freier Kühlung“. Sobald Kühlanforderungen im Bereich unterhalb der Außenluft-Temperatur bestehen, kann dieser Prozess mit freier Kühlung abgedeckt werden. Häufigster Anwendungsfall ist die klassische Lüftungsanlage. Aber auch bei Maschinenkühlungen oder Temperierungen in der Kunststoffproduktion lassen sich Einsparungen von über 70% realisieren.

Ebenso ist die Einbindung von geothermischen Anlagen als Wärmequelle und -senke, oder Solarthermie mit Absorptionskälteanlagen ein Zukunftsthema.
Die Wärmepumpe, eine Kälteanlage mit umgekehrter Nutzung, ist mittlerweile ein fester Bestandteil der Versorgung von Wohngebäuden geworden. Diese Anwendung in Gewerbe und Industrie unter Ausnutzung von Abfallenergie als Quelle ist in der Energiebilanz und bei den Betriebskosten unschlagbar.

Initiative ergreifen

Die Rendite für Investitionen in Energiesparmaßnahmen ist in der Regel deutlich höher als jede übliche Geldanlage. Allein der Anstoß zur Umsetzung fehlt leider häufig. Hier hilft die Betrachtung der vorhandenen Kälte-, Klima- und Lüftungstechnik durch spezialisierte Fachbetriebe, die Gewerke übergreifend das Einsparpotential ermitteln. 

EU Richtlinien und die Energieeinsparverordnung EnEV 2007 / 2009 / 2014 beinhalten genau diese genannte Vorgehensweise zur energetischen Inspektion von Klimaanlagen. In den Vorschriften ist festgelegt, ab welcher Anlagengröße und nach welchem Herstellungsjahr solche Einrichtungen zu prüfen sind. Vielen Betreibern ist gar nicht bewusst, dass ihre Lüftungsanlage (Alter >10Jahre, Kälteleistung >12kW ) schon einer energetischen Inspektion unterzogen werden musste.
Die einfachste Art, Einsparung in den Betriebskosten zu erzielen, ist nach wie vor die Inspektion und Wartung einer Kälte–Klimaanlage.